Die Schutzmechanismen des Ichs

Klassischerweise nennt man sie die Abwehrmechanismen - positiv gedacht sind es Schutzmechanismen, mit denen das Ich seine Funktionsfähigkeit in Konfliktsituationen aufrecht erhält. Noch wertfreier gedacht, sind es Funktionen des Ichs (Techniken des Selbst), die zur inneren Regulation herbeigezogen werden können. 

Die Schutzmechanismen des Ichs - wertfrei betrachtet

 Es macht grossen Sinn, eine möglichst wertfreie Betrachtung der Schutz- und Abwehrmechanismen aufrecht zu erhalten. Es macht wenig Sinn, jemanden für seine Mechanismen zu verurteilen. Paradigma: der Wert jeglicher Handlung ist zunächst (und zutiefst) subjektiv. Hat ein Handlungsmuster für ein Individuum positive Folgen, dann hat es keinen Grund daran etwas zu ändern. Erst wenn das Individuum erkennt, dass andere Operationen zu adaptiveren, effektiveren Ergebnissen führen wird es langsam die Möglichkeit und den Wunsch gewinnen etwas anderes einzusetzen.

 Aufgrund der historischen Entstehungsweise ist diese Art der Betrachtung nicht immer in den gewählten Begrifflichkeiten enthalten, sondern muss als Haltung in uns lebendig sein, wenn wir diese Begriffe benutzen.

Was wird abgewehrt, was beschützt?

 Mit diesen Mechanismen schützt sich das Ich vor unangenehmen, ungewünschten Gefühlen, Gedanken, Selbstzuständen und/oder inneren Bildern. Die Anwendung der Mechanismen führt zu einer Verlagerung der Aufmerksamkeit - weg von dem Ungewünschten.

Ziel: Unlust(volles) vermeiden - Mittel: unbewusst machen oder halten.

Vor äußeren Gefahren können wir davonlaufen oder anderweitig handeln. Vor inneren Gefahren nicht. Hier benötigen wir innere Operationen (Techniken des Selbst), um damit umzugehen.

 Das Ich oder Selbst ist beim Einsatz von Abwehrmechanismen immer sowohl Gewinner, als auch Verlierer. Es gewinnt Schutz, aber verliert Kontakt (zu sich selbst und anderen). Dabei kann es zu einer deutlichen Einschränkung der Phantasie-, Handlungs- und Erlebensmöglichkeiten, sowie der Fähigkeit gute Beziehungen zu leben, kommen.

Wovor haben wir Angst? - Oder: worum machen wir uns eng?

 Sowohl lustvolle Phantasien, als auch schlimme Erinnerungen können uns Angst machen. Was dem Unbewussten (klassischerweise dem "Es") lustvoll erscheint, muss für das Ich noch lange nicht lustvoll erscheinen. Narzisstische Kränkungen, Bedrohungen unseres Selbstbildes rufen normalerweise sehr schnell die Abwehr auf den Plan - sie machen uns Angst. Aber auch gefürchtete soziale Konsequenzen, sollten wir z.B. einem egoistischen Impuls nachgeben, können uns Angst machen und so die Abwehr mobilisieren.

Insbesondere die Angst vor der Überschwemmung und dem damit einhergehenden Kontrollverlust ist hier noch zu nennen.

 In der kleinianischen Psychologie wird die Angst des Säuglings postuliert, der glaubt, dass er seine Mutter durch die eigene Wut vernichten könnte. Hier handelt es sich nicht um eine soziale Angst, sondern um die Angst vor dem Verlassensein.

Interpersonelle Abwehr

 Interessanterweise können wir diese Mechanismen sowohl intrapsychisch, als auch interpersonell beobachten. Wir verwenden sie also sowohl an und teilweise gegen uns selbst, als auch an anderen in der Kommunikation und unserer alltäglichen Beziehungsgestaltung.

 Im Rahmen der interpersonellen Abwehr gewinnt das Ich zwar den Schutz vor den Impulsen und Gefühlen des jeweiligen Gesprächspartners, verliert aber auch den Kontakt zu seinem Gegenüber / Partner und dessen eventuell für die gemeinsame Entwicklung wichtigen Anliegen. Dies spielt besonders in der Paartherapie eine wichtige Rolle.

Im Rahmen von größeren Gruppen (Organisationen) kann man auch von der institutionalisierten Abwehr sprechen. Auch Paare und Familien als bestehende Systeme können stillschweigend vereinbart haben, bestimmte Aspekte auszuklammern und abzuwehren.

Bedeutung in Psychotherapie und Coaching

 In der Psychotherapie hat die Betrachtung der Abwehrmechanismen zunächst eine diagnostische Funktion, welche dem Therapeuten helfen kann, das aktuelle Struktur- oder Funktionsniveau des Klienten zu erkennen.

 Viel wichtiger noch ist die Möglichkeit einer effektiven Benennung psychischer Vorgänge. Die Beschäftigung mit den Abwehrmechanismen erlaubt effektivere Kommunikation mit sich selbst und anderen. Und sie kann dabei helfen, sowohl Vorgänge in der eigenen Wirklichkeitskonstruktion zu erkennen, als auch andere Möglichkeiten zu entdecken und sukzessive einzuüben.

 Jeder Mensch hat aufgrund seiner psychischen Struktur bestimmte Schutzmechanismen, die er/sie bevorzugt anwendet.  Solange es uns gut geht, nutzen wir unser Potential auch in dem Sinne, das wir "höhere" Mechanismen anwenden (können). Im Konflikt, unter steigendem Druck kann es jedoch sein, dass höher entwickelte Schutzmechanismen nicht mehr zur Verfügung stehen und auf frühere, primitivere Schutzmechanismen zurück gegriffen wird.

Geschichte der Abwehr

 Herbart (Pädagoge) sprach bereits im 1832 von der Verdrängung, wobei hier wohl noch Aspekte der Übermüdung im Vordergrund standen. Nietzsche schrieb viel über die Dynamik der Verdrängung.

“Das habe ich getan, sagt mein Gedächtnis.
Das kann ich nicht getan haben, sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich.
Endlich gibt das Gedächtnis nach.”

(Friedrich Nietzsche)

 Sigmund Freud sprach zunächst von Verdrängung, dann wieder von Abwehr im Sinne einer Reihe von Operationen, von denen die Verdrängung ein Element ist. In der Literatur sind teilweise bis zu 30 Abwehrmechanismen zu finden. Eine einzige Theorie der Abwehr konnte aufgrund der Heterogenität der beobachtbaren Phänomene bisher nicht geschaffen werden.

Eine Systematik der Abwehrmechanismen

 Der nun folgenden Aufzählung liegt eine auf den Zeitpunkt der Entstehung basierende (entwicklungspsychologische) Hierarchie zu Grunde, welche gleichzeitig einen Unterschied in der Wertigkeit (Adaptivität) für das Individuum postuliert. Die Gliederung habe ich dem Konzept des "defensive functioning" (Perry/Hoglend, 1998) entliehen. Die einzelnen Mechanismen und deren Erklärungen folgen verschiedenen Theoriegebäuden und sind in Teilen auch eigene Ergänzungen.  

Hochadaptives Niveau

 Dies sind eher schon Fähigkeiten, die es uns erlauben im Umgang mit Belastungssituationen eine optimale Adaption zu erreichen. Gewöhnlicherweise führen diese zu einer hohen Befriedigung und erlauben einen bewussten Umgang mit unseren Gefühlen, Gedanken und ihren Konsequenzen. Ebenso fördern sie das Gleichgewicht zwischen konflikthaften Beweggründen.

Affiliation

 Die uns alle innwohnende Hinwendung zu anderen Menschen oder Gruppierungen. Ohne, dass dies einem bestimmten Zweck dient. Eng mit unserem Bedürfnis nach Zugehörigkeit in Verbindung stehend.

Altruismus

Zunächst eine Weltanschauung, die den Wert der anderen über den eigenen stellt. Altruisitisches Handeln zielt auf das Wohl der anderen.

Antizipation

 Antizipation ist die planende Vorwegnahme kommender Probleme. Sie ist die Grundlage unserer planerischen Fähigkeiten, kann in der Übersteigerung aber auch dazu führen, dass man womöglich die Gegenwart verpasst.

Humor

 Die Fähigkeit schwierige Situationen (intrapsychisch und interpersonell) durch Humor aufzulockern oder evt. sogar mit Humor zu tragen.

Selbstbehauptung

Die Fähigkeit, den eigenen Standpunkt zu vertreten und gegebenenfalls gegen andere zu verteidigen. Auch dann, wenn wichtige Andere einen gegenteiligen Wunsch haben. Eng verwandt mit dem Konzept der Differenzierung.

Selbstbeobachtung

Die Fähigkeit sich selbst zu beobachten. Benötigt einen "inneren Beobachter" der sowohl innere Bewegungen, als auch unseres äußeres Handeln laufend bezeugen kann.

Sublimination

 

Unterdrückung

 Die Fähigkeit, Impulse temporär und bewusstseinsnah unterdrücken zu können. D.h. obwohl ich den jeweiligen Impuls nicht auslebe, bin ich mir seiner Existenz (und evt. auch Entstehung) bewusst.

Altruistische Wunschabtretung

 Klassischerweise verstanden als: anstatt sich selbst einen Wunsch zu erfüllen oder zu erlauben, wird dieser an eine andere Person abgetreten. Hierdurch wird der Wunsch stellvertretend im Anderen befriedigt.

 Systemisch betrachtet kann sich manch gewünschte Eigenschaft eines Systems erst dann entwickeln, wenn sie jemand in das System hinein gibt. Oder einfacher gesagt: wenn ich meine Wünsche an Andere handlungsleitend für mein eigenes Verhalten werden lasse, dann erhöhe ich aktiv die Möglichkeit, das Gewünschte zu erhalten.

Ein übertriebener Einsatz dieses sozial nützlichen Mechanismus kann zu Helfersyndrom und BurnOut führen.

Niveau mit psychischen Hemmungen (Kompromissbildungen)

Die Funktionen auf diesem Niveau grenzen potentiell bedrohliche Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Wünsche oder Ängste aus dem Bewusstsein aus. Sie stellen bereits einen Kompromiss dar.

Affektisolation

Gefühle bleiben einfach ausgespart. Sie werden isoliert wahrgenommen und nicht in Beziehung zur aktuellen Lebenssituation gesetzt.

Dissoziation

Gefühle, Gedanken (machmal auch Körperteile und -regionen) können von der bewussten Wahrnehmung abgespalten werden. Sie sind dann dem bewussten Denken und Erleben nicht mehr zugänglich. 

Intellektualisierung und Rationalisierung

 Hier wird dem Intellekt und der Ratio Vorschub geleistet. Das Individuum begründet evt. Gefühle und Regungen rational, erklärt und reduziert Sie, ohne jedoch wirklich damit in Kontakt zu treten. Der Wert des Gefühlten wird damit abgemindert und verliert widerum seine Bedeutung als handlungsleitender Affekt.

Durch Generalisieren und Universalisieren geht der Kontakt zur sinnlich erfahrbaren Wirklichkeit verloren. Dient häufig der Abwehr von Scham- und Angstgefühlen.

Reaktionsbildung

Impulse oder Gefühle werden vereinfacht gesagt, in (ein meist sozial erwünschtes) Gegenteil umgewandelt.

Ungeschehenmachen

Bereits erlebte Gefühle, Impulse oder bereits durchgeführte Handlungen sollen ungeschehen gemacht werden. Hierzu werden eine Reihe (objektiv betrachtet unwirksamer) Handlungen und Rituale eingesetzt, welche im persönlichen Erleben als Wiedergutmachung und "Reinigung" erlebt werden. Tritt meist im Zusammenhang mit Zwangshandlungen (z.B. Waschzwang, um Schuld abzuwaschen) auf.

Verdrängung

Unerwünschte oder auch bedrohliche Impulse werden daran gehindert, ins Bewusstsein zu gelangen. Das klassische "Verdrängen ins Unterbewusste". Dient oftmals der Vermeidung von negativen und ich-dystonen Affekten, die im Zusammenhang mit dem Erleben und Ausleben des Impulses entstehen könnten.

Und für diejenigen unter Ihnen, die sich fragen, ob es das Unterbewusste oder Unbewusste überhaupt gibt: es ist einfach der Bereich, auf den unser Bewusstsein gerade nicht schaut (oder nicht schauen kann). Nehmen wir den Aufmerksamkeitsfokus von einer bestimmte Sache weg, dann wird sie unbewusst.

Hilfreich, um aggressive Impulse in unpassenden Situationen zu verdrängen. Schädlich, wenn z.B. auf alle aggressiven Impulse generalisiert.

Verschiebung

Ein Impuls oder Gefühl (seelische Energie) wird verschoben, umgeleitet. Z.B. wird die Wut auf die Eltern auf den kleineren Bruder umgeleitet.

Niveau mit leichter Vorstellungsverzerrung

Hier kommt es zu Verzerrungen des Selbst- oder Körperbildes oder anderer Vorstellungen, die für die Selbstwertregulation verwendet werden könnten.

Dramatisierung

Stellen Sie Sich vor, dass Sie sich mit einem Menschen unterhalten, der beim Reden ständig mit Armen und Beinen vor Ihnen rumfuchtelt. Sachverhalte, eigenes Erleben und Empfinden und die Taten anderer, werden mit unverhältnismäßig hohem emotionalen Gehalt aufgeladen und entsprechend dargestellt.

Leider führt Dramatisieren, auch wenn es einen anderen Anschein macht, oftmals zu einer verminderten Innenwahrnehmung, emotionaler Indifferenz und Inkontinenz. Dramatisierung soll vor allem eines: Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

In einer wenig umsorgenden Familie oder bei zu sehr mit sich selbst beschäftigten Eltern kann es sein, dass ein Kind lernt, dass es ohne Drama die überlebenswichige Beachtung nicht sichern kann. 

Entwertung

Oftmals im Streit zu beobachten. Positive Aspekte sind plötzlich nicht mehr vorhanden, der Gegenüber wird entwertet und oftmals persönlich angegriffen. Leider ein allzu menschliches Verhalten, dass viele Beziehungen, aber auch den jeweils Entwerteten vor große Prüfungen stellt. Teilaspekt der Spaltung. 

Idealisierung

Als Gegenteil zur Entwertung steht die Idealisierung für die Konzentration auf reale und vorgestellte positive Aspekte von Objekten. Schwierige oder negativ erlebte Aspekte werden in ihre Bedeutung heruntergespielt und/oder nicht beachtet. Teilaspekt bei der Spaltung.

Wie man sich fühlt, wenn man idealisiert wird:

Geschmeichelt, gebauchpinselt mit viel Honig um den Bart. Gleichzeitig kann sich ein Gefühl des Misstrauens einstellen

Wie man Idealisierungen in der Kommunikation erkennt:

Wenn ihr Gegenüber Superlative in Verbindung mit Ihrer Person benutzt. "Du bist die Beste", meine "Allerliebste"

Omnipotenz

Allmachtsüberzeugungen, mit welchen man sich über die Schwierigkeiten hinweg erhebt. Steht im Zusammenhang mit Verleugnung.

Verleugungsniveau

Ungewollte Belastungen, Affekte, Impulse, usw. werden ausserhalb des Bewusstseins gehalten (verleugnet). Manchmal einhergehend mit Fehlattributionen auf äußere Ursachen.

Projektion

Unangenehme eigene Erlebens- oder Verhaltensanteile sollen nach Aussen verlagert werden. Das heißt, anstatt bei sich selbst werden diese Aspekte beim Anderen wahrgenommen und/oder Ihm zugeschrieben. (Sowohl reale, als auch vorgestellte Objekte).

Die Projektion kann z.B. als wichtiger Lernmechanismus verstanden werden (Lernen am Modell). Potentiell vorhandene Fähigkeiten werden zuerst in einem anderen erkannt, benannt und dann schrittweise integriert. 

Rationalisierung

Man erklärt sich verstandesgemäß den Ursprung von Verhalten und Erleben, um eine Rechtfertigung dafür zu haben. Dies kann hilfreich sein, um sich von zu starken Gefühlen zu distanzieren, aber auch zu einer Gefühlsfremde führen.

In der Kommunikation:

Ihr Gegenüber hat für alles eine Erklärung. Jede seiner Handlungen stellt er so dar, als seien sie die logische Schlußfolgerung bestimmter Grundbedingungen. Anstatt auf ihre Gefühle einzugehen, hören sie immer nur wieder Erklärungen, welche aufzeigen sollen, dass ihr Gegenüber keine Verantwortung für sein Handeln und Erleben hat.    

Verleugnung

Wie der Name schon sagt, die Existenz eines Affektes oder Erlebens wird einfach negiert, verleugnet. Man tut so, als ob es das nicht gäbe oder spielt zumindest die Wichtigkeit deutlich herunter.

Introjektion

Bei der Introjektion nehmen wir Werte, Funktionen oder Eigenschaften von Menschen in uns auf - wir verleiben Sie uns ein. Manchmal sogar, ohne diese kritisch zu betrachten. Die Introjektion spielt vor allem auch eine Rolle bei der Betrachtung von z.B. elterlichen Werten, welche teilweise in uns fortleben, obwohl sie gar nicht (mehr) zu uns passen. Auch abwertende Überzeugungen über sich selbst, können ihren Ursprung in Introjektionen haben. Hört das Kind zu oft den Satz: "du bist dumm", kann es sein, dass es aufgibt, sich gegen diesen Satz zu wehren und anfängt an ihn zu glauben.  

Niveau mit schwerer Vorstellungsverzerrung

Die auf diesem Niveau eingeordneten Abwehrmechanismen führen zu groben Verzerrungen von Selbst- oder Fremdbild. Es kommt zu massiven Fehlattributionen über dann meist extern projizierte Ursachen.

Autistische Phantasien

Projektive Identifikation

Die projektive Identifikation ist ein für den Laien recht schwer nachvollziehbarer Abwehr- und Schutzmechanismus. Unerträgliche Selbstaspekte werden manipulativ in einen anderen verlagert. Einfacher gesagt: ein Anderer wird solange traktiert, bis die eigenen Impulse und Affekte in diesem erscheinen. Wird häufig (unbewusst) von Menschen eingesetzt, die frühe Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung aufweisen (Borderline, Histrionik, Narzissmus). 

Erst wenn der Andere die abgewehrten Aspekte aufzeigt, kann sich der Sender mit diesen identifizieren, oder sich an ihnen identifizieren.

Dies kann soweit führen, dass eigene Täteraspekte, die für das Ich unerträglich sind auf den Gegenüber projiziert werden. Scham, Schuld und Angst, massive Bedrohung des Selbstbildes werden vermieden, indem der Andere zum Täter gemacht wird. Dort können die abgewehrten Aspekte dann bekämpft werden. Dies kann zu schweren Verwerfungen in der Beziehungsgestaltung führen.

Spalten des Selbstbildes und des Bildes von anderen

Die Spaltung ist wie eine Mauer, die sich zwischen verschiedenen Bewusstseinszuständen befindet. Ist man in der Idealisierung, sind sämtliche kritische Aspekte nicht dem Bewusstsein zugänglich. Aus der Entwertung heraus kann man die positiven Aspekte nicht sehen.

Spaltung findet ihren Nährboden in einer nicht genügend entwickelten Objektkonstanz. Dies ist die Fähigkeit, positive wie auch negative Aspekte nebeneinander stehen lassen zu können und weder sich selbst, noch andere nur zur Hälfte sehen zu können. "Auch wenn Mama mal schimpft, weiss ich, dass sie mich mag" versus "Ich hasse Dich" im Wechsel mit "Ich liebe Dich".

Menschen, die Spaltung meist aus einer Not heraus haben erlernen müssen, erleben Ihre Welt oftmals in Schwarz und Weiss. Die ganze Welt der Graustufen dazwischen ist ihnen nicht zugägnglich.

Handlungsniveau

Dies Mechnismen greifen aus handlungsbasierte Interventionen zurück, um mit Belastungen umzugehen.

Apathischer Rückzug

Auch als depressive Reaktion bezeichnet. Rückzug unter Hemmung sämtlicher aktiven Handlungsanteile.

Ausagieren

Teils unbegrenztes Ausagieren, also Ausleben, von Impulsen, Affekten und Gedanken. Führt zwar zu einer kurzzeitigen Entlastung des psychischen Systems, in Beziehung mit anderen aber meist auf deren Kosten.

Auch übermäßiges sportliches Treiben kann als sublimiertes Ausagieren verstanden werden. Dies kann über längere Zeit hinweg auch dazu führen, dass jegliche inneren Impulse in Bewegung umgesetzt werden. Derjenige fühlt sich zwar nach dem Sport ruhiger, ist aber dennoch vor sich selbst weg gerannt und auf dem besten Wege sich selbst zu verlieren.

Hilfe zurückweisendes Klagen

 

Passive Aggression

Niveau mit Abwehr-Dysregulation

Psychotische Verleugnung

Psychotische Verzerrung

Wahnhafte Projektion

 Bildkredit: Vladimir Kudinov on Unsplash