Einer will immer mehr

Egal, wo wir hinschauen: Einer will immer mehr.

Ich möchte Sie dazu einladen, eine eventuell gewohnte Vorstellung über Beziehungen gehen zu lassen. Die Vorstellung, dauerhaft einen Zustand in der Beziehung erreichen zu können, indem die Wünsche beider Partner übereinstimmen.

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Einer will immer mehr.

Die Vorstellung, selbst so gut zu sein, dass man in der Lage ist, das Wollen des Partners zu befriedigen.

Einer will immer mehr.

Die Vorstellung, der Partner sei dafür zuständig, das eigene Verlagen zu stillen.

Am offensichtlichsten scheint dies im Zusammenhang mit dem sexuellen Verlangen zu sein. Unabhängig von Zeit, Kultur und persönlicher Entwicklung gilt scheinbar universell: es gibt immer einen Partner mit dem stärkeren Verlangen und einen mit dem schwächeren Verlangen.

Einer will immer mehr.

Daran ist nichts krank, pathologisch oder eventuell ein Zeichen dafür, dass mit ihrer Beziehung etwas nicht stimmt. Einer ist verlangensstärker, einer ist verlangensschwächer. Dabei ist es nicht so, dass die beiden Positionen dauerhaft vergeben sind. Vielmehr wechseln Paare diese beiden Positionen – je nachdem, um welches Thema oder um welche Entscheidung es geht.

Stärker und schwächer ist dabei immer in Relation zu sehen, es gibt keine absoluten Normwerte für die Ausprägung eines bestimmten Verlangens. Erst in Beziehung (Relation) kommt Dynamik in die Geschichte.

Sehr viele Paarkonflikte drehen sich um dieses „mehr oder weniger“. Meist wird zunächst versucht, den Partner und sein anders geartetes Verlangen zu pathologisieren und in kausalen Zusammenhang mit dem eigenen Unzufrieden-Sein zu stellen.

Der verlangensstärkere Partner unterstellt dem verlangenschwächeren Partner dann z.B. „Du willst ja nur nicht öfter mit mir schlafen, weil Du soviel arbeitest“. Gerne wird auch mit einem eigenen Verlangen gekontert: „wenn Du öfter über Deine Gefühle reden würdest, dann würde ich auch öfter mit Dir schlafen wollen.“

Eine salutogenetische Sichtweise auf diese universelle Beziehungsdynamik würde aber kein Problem sehen, sondern die natürliche Dynamik von Beziehungen. Es ist nicht der Partner, der ein Problem verursacht, sondern die Natur von Beziehung und unser eigener Umgang damit. Naturgesetze versuchen wir auch nicht zu ändern – wir versuchen uns ihnen anzupassen.

Uns selbst können wir ändern. Oftmals zwar nur schrittweise – aber es ist möglich.

Allzu gerne vergessen wir auch, dass diese Polarität Ursache war, warum wir gerade diesen Partner ausgesucht haben. Oder eben, dass ohne diese Polarität Beziehungen ihren Antrieb zu weiterer Entwicklung verlieren würden.

Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash